Was sind berufspraktische Tage ("Schnupperlehre")?

Die berufspraktischen Tage, auch "Schnupperlehre" genannt, sind ein Instrument zur Berufsorientierung und bieten Jugendlichen die Möglichkeit, einen Einblick in die Arbeitswelt zu bekommen.

Im Rahmen einer Schnupperlehre können Sie ...

  • das Interesse von Schülern für eine Lehrausbildung wecken,
  • potenzielle Lehrlinge besser kennen lernen,
  • deren Eignung für die Ausbildung prüfen und
  • abklären, ob sie in Ihren Betrieb passen würden.

Schüler können abklären, ob ...

  • ihre Berufsvorstellungen der Realität entsprechen.
  • der Beruf tatsächlich der Richtige für sie ist.
  • Ihr Betrieb für sie als Ausbildungsbetrieb in Frage kommt.

Wie sind berufspraktische Tage organisiert?

Ein Schüler kann gemeinsam mit der Klasse während der Unterrichtszeit unter Aufsicht des Lehrers schnuppern oder allein im Rahmen einer individuellen Vereinbarung (während oder außerhalb der Unterrichtszeit).

> Berufspraktische Tage als Schulveranstaltung

  • Für Schüler im 8., 9. und 10. Schulbesuchsjahr
  • Geht von der Schule aus und dient der Ergänzung des lehrplanmäßigen Unterrichts (alle Schüler einer Klasse dürfen gleichzeitig schnuppern)
  • Findet während der Unterrichtszeit an bis zu maximal fünf Tagen pro Schuljahr statt.

> Individuelle Berufsorientierung während der Unterrichtszeit

  • Für Schüler der 4. Klasse Hauptschule/Neue Mittelschule und AHS, der 8. und der 9. Klasse Sonderschule sowie der Polytechnischen Schule
  • Den Schülern kann auf ihr Ansuchen hin vom Klassenvorstand die Erlaubnis erteilt werden, zum Zweck der individuellen Berufsorientierung an bis zu maximal fünf Tagen im Schuljahr dem Unterricht fern zu bleiben.
  • Für die Schnupperlehre ist vom Erziehungsverantwortlichen oder dem Schnupperbetrieb eine geeignete Aufsichtsperson festzulegen.

> Individuelle Berufsorientierung außerhalb der Unterrichtszeit

  • In den Ferien oder nach dem täglichen Unterricht
  • Für alle Schüler ab der 8. Schulstufe
  • Die Schüler können außerhalb der Unterrichtszeit (in den Ferien) eine Schnupperlehre im Ausmaß von höchstens 15 Tagen pro Betrieb und Kalenderjahr absolvieren.
  • Voraussetzung dafür ist die Zustimmung des Erziehungsberechtigten und eine Bestätigung der Aufsichtsperson im Betrieb

Welche rechtlichen Rahmenbedingungen sind zu beachten?

Schüler haben während der Schnupperlehre keinen Anspruch auf Entgelt, sie unterliegen keiner Arbeitspflicht und keiner bindenden Arbeitszeit.

Schüler dürfen im Rahmen der berufspraktischen Tage nicht in den Arbeitsprozess eingegliedert werden. Sie dürfen jedoch einfache ungefährliche Tätigkeiten selbstständig und unter Aufsicht ausprobieren, um den Beruf kennenzulernen.

Wie sind die Schüler versichert?

  • Die Schüler sind während der Schnupperlehre nach dem ASVG bei der AUVA unfallversichert. Sie müssen nicht bei der Sozialversicherung angemeldet werden.
  • Die Bestimmungen des Arbeitnehmerschutzes und arbeitshygienische Vorschriften sind zu berücksichtigen.
  • Durch Schüler verursachte Schäden unterliegen dem allgemeinen Schadenersatzrecht. Die Haftung ist im Einzelfall zu prüfen.

Wie finde ich Schnupperlehrlinge?

Informieren Sie Schulen in Ihrer Umgebung und die Mitarbeiter Ihres Betriebes, dass Sie Schnupperlehrlinge aufnehmen möchten. Machen Sie auch auf Ihrer Website, in Infobroschüren, bei Vorträgen in Schulen, Berufsinfomessen etc. darauf aufmerksam, dass Jugendliche in Ihrem Unternehmen schnuppern können.


Wie kann ich berufspraktische Tage gestalten?

Überlegen Sie sich, was Sie dem Jugendlichen zeigen wollen und wie der Jugendliche am besten den jeweiligen Beruf entdecken kann. Welche Tätigkeiten kann er ausprobieren? Welche Produkte/Dienstleistungen soll er kennen lernen? Wen kann er bei der Arbeit beobachten? Bereiten Sie für die Schnupperlehre ein Programm für den Tagesablauf vor.

  • Wählen Sie für die Aufsicht und Betreuung des Jugendlichen einen geeigneten Mitarbeiter aus. Er ist auch die Kontaktperson für Schule und Eltern.
  • Ein Namensschild mit der Zusatzbezeichnung "Schnupperlehrling" erleichtert dem Jugendlichen den Auftritt vor Mitarbeitern und auch vor Kunden oder Lieferanten.
  • Lassen Sie den Jugendlichen "Tagebuch" über die Schnupperlehre führen. Darin kann er Fragen zum Lehrberuf und zum Betrieb beantworten.
  • Geben Sie dem Jugendlichen am Ende der Schnupperlehre eine schriftliche Bestätigung und Rückmeldung über seine Eignung für den Lehrberuf.

Rekrutierungshilfe: Von der Lehrlingssuche bis zum ersten Lehrtag

Anregungen und Beispiele aus der Praxis